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Warum 11.000 "Elite"-Spieler bei einer virtuellen Odysee den Tod fanden

Obwohl es "Elite Dangerous" von Frontier Developments und "Elite"-Erfinder David Braben nie gelang, in die Fußstapfen des legendären Klassikers zu treten, schart das 2014 gestartete Online-Universum bis heute treue Fans um sich. Die zieht es mit wachsender Begeisterung in die zufällig generierten Weiten eines riesigen Online- und Multiplayer-Universums, in dem Spieler miteinander Handel treiben oder aber in Raumschlachten übereinander herfallen können.

Obwohl die Weltraum-Simulation seit inzwischen vier Jahren ausgiebig von Fans durchforstet wird, gibt es auf der Karte noch immer jede Menge unbekanntes Terrain - darunter zum Beispiel der als unerreichbar geltende "Cone"-Sektor. Deshalb organisierte die findige Community unlängst eine gemeinsame Reise in die unerforschte Region. Man bemannte kurzerhand das Sprungschiff "Gnosis", um gemeinsam mit zahllosen kleineren Schiffen an dem kolossalen Weltraum-Pott anzudocken. Entwickler Frontier Developments war von dem Plan gleich so angetan, dass man die Reise der Gnosis zusammen mit den Fans über mehrere Social-Media-Kanäle bewarb.

Kurz vor dem Start der ehrgeizigen, satte 11.000 Spieler umfassenden Odyssee huschten allerdings Warnmeldungen durch die Spiel-internen News-Kanäle: Angeblich wurden die Tentakel-Schiffe der gefährlichen Thargoiden-Spezies in dem System beobachtet. Trotz der Meldungen starteten die Spieler ihre Reise - mit verheerendem Resultat: Nur kurz nach dem Aufbruch wurde die Gnosis von den Aliens attackiert und binnen kürzester Zeit aus dem All gepustet, denn die meisten Expeditionsteilnehmer waren für einen Kampf dieser Größenordnung nicht gerüstet.

Kein Wunder, dass viele Gamer nach dem jähen Ende der Reise ihrem Unmut über offizielle Kanäle und Foren wie Reddit Luft machten. Der Hersteller indes verteidigte seine Entscheidung damit, dass man den "Cone"-Sektor im Spiel deutlich als abgeriegeltes Gefahrengebiet kommuniziert hätte. Dass Sprungschiffe das Gebiet überhaupt erreichen könnten, wäre ein Programmfehler. Also hätte man sich kurzerhand dazu entschlossen, anstelle eines Bug-Fixes eine erzählerische Lösung zu finden. So plane man, die tragische Reise der Gnosis als festen Bestandteil in den Story-Kanon des Spiels aufzunehmen. Die bei der kurzen Expedition verblichenen Charaktere gehen demnach als unsterbliche Helden in die Ingame-Geschichte ein. Immerhin ein kleiner Trost.

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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