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Shadow Tactics: Blades of the ShogunFünf Helden für den Shogun

Ninja, Samurai, Geisha, Scharfschütze, Fallenstellerin und ein Marderhund als schlagkräftiges Taktik-Team: "Shadow Tactics: Blades of the Shogun" vom Münchner Entwicklerteam Mimimi Productions entführt Echtzeit-Strategen ins alte Japan und zitiert dabei üppig aus dem Regelwerk des Genre-Klassikers "Commandos".

Mit "Commandos" haben Entwickler Pyro und Hersteller Eidos Ende der 90-er einen Klassiker des Taktik-Genres geschaffen. Das Erfolgsrezept: Mehrere grundverschiedene Charaktere mit individuellen Fähigkeiten ergänzen sich gegenseitig perfekt bei ihren lautlosen Spionage- und Sabotageeinsätzen hinter feindlichen Linien.

Seit gut 13 Jahren warten Fans nun schon auf einen würdigen Thronerben. Und mit "Shadow Tactics" liefert die Münchener Independent-Schmiede Mimimi Productions zumindest einen heißen Anwärter mit frischem, fernöstlichem Szenario. Es geht ins alte Japan.

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Um die Position des Shoguns zu festigen, betätigen sich die Helden des Spielers als kriegerische Laufburschen, die wichtige Kriegsinformationen beschaffen oder feindliche Fürsten meucheln. Indem die bunt gemischte Spezialisten-Crew mit List und Tücke durch die von schräg oben gezeigten Landschaften schleicht, stellt sie Planungstalent und Kreativität des Spielers auf die Probe.

Die geheime Zutat im Genre-Cocktail sind - wie beim großen Vorbild "Commandos" - die unterschiedlichen Talente der Mitstreiter: Ninja-Kämpfer Hayato erledigt seine Opfer leise und lautlos von hinten, Samurai Mugen streckt im Nahkampf mehrere Feinde auf einmal nieder und schleppt schwere Gewichte. Die niedliche Yuki dagegen ist eine echte Meister-Fallenstellerin, während sich die zarte Geisha Aiko in unterschiedliche Verkleidungen hüllt, um so mit ihren Feinden unbemerkt auf Tuchfühlung zu gehen.

Obwohl Frontmann Hayato und seine Kollegen bei manchen Einsätzen alleine durchstarten, ist man meistens als Team unterwegs: Mal zu zweit, zu dritt oder als vollbesetztes Quintett meuchelt und taktiert sich der kleine Trupp durch detailreich in Szene gesetzte Palastanlagen, Waldgebiete oder verschneite Winterlandschaften. Unterdessen wechselt der Spieler von Charakter zu Charakter, um die jeweiligen Spezialtalente der Figuren einzusetzen. Dabei geht die Mannschaft vorzugsweise heimlich vor: Der auf Tastendruck zuschaltbare Sichtkegel und seine Farbe zeigen, ob und wie alarmiert die gegnerischen Wachen sind.

Das funktioniert übrigens nicht nur mit Maus und Tastatur hervorragend: Weil Entwickler Mimimi noch für dieses Jahr eine Konsolen-Umsetzung plant, bietet bereits die PC-Fassung eine ausgereifte Controller-Unterstützung.

"Commandos"-Veteranen feiern das "Shadow Tactics"-Team für seine vielschichtigen Einsatzmöglichkeiten und seine raffinierte Steuerung, Gamer mit Schleichspiel-Affinität schätzen die vielfältigen und kreativen Lösungswege. Einziger Wermutstropfen: Die Comic-Grafik ist zwar detailreich, aber dafür mangelt es ihr an Individualität und Charme. Auch eine spannendere Erzählung hätte dazu beigetragen, das inszenatorisch austauschbare Profil der Meuchler-Truppe zu schärfen. Doch diese Schwächen sind verzeihlich: Der Ausnahme-Titel aus München war der Jury des Deutschen Entwicklerpreises nicht umsonst die Auszeichnung für das "Spiel des Jahres" wert.

Robert Bannert

Game
SpielnameShadow Tactics: Blades of the Shogun
HerstellerMimimi Productions
VertriebDaedalic
Erhältlich ab06.12.2016
Bewertung Gesamtgut

Erhältlich für:
PC

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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