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Vier gegen die BankEin zeitloser Raub

Fünf Jahre bevor er seinen Hollywood-Durchbruch feiern sollte, drehte ein 35-jähriger Regisseur 1976 für die ARD einen Film über eine Bankräuberbande. "Vier gegen die Bank" lautete der Titel und Wolfgang Petersen der Name des jungen Mannes, der damals erst einen Spielfilm für die Leinwand inszeniert hatte. Die Komödie geriet zum oft wiederholten Klassiker der Öffentlich-Rechtlichen, ihr Schöpfer avancierte zum internationalen Kinostar, der für sein 1981er-Werk "Das Boot" oscarnominiert wurde und fortan mit Thrillern wie "Air Force One" Erfolge verbuchte. 40 Jahre später kehrt Petersen, nunmehr 75, zu diesen Anfängen zurück: Für das Leinwand-Remake seines eigenen Films drehte er nicht nur erstmals seit 35 Jahren wieder in seiner Muttersprache. Vor allem holte die Regie-Legende mit Til Schweiger und Matthias Schweighöfer die beiden derzeit erfolgreichsten hiesigen Filmemacher an Bord, die gemeinsam mit Jan Josef Liefers und Michael Bully Herbig als Gaunerquartett aus der Neuauflage eine starbesetzte Bankräuber-Comedy schaffen.

Neugierig macht das Projekt in jedem Fall: Wolfgang Petersen, der Action- und Historiengemetzel-Spezialist, dreht eine deutschsprachige Komödie über einen schnöden Bankraub? Kann der das überhaupt? Dazu noch mit dem Mainstream-Wohlfühlcomedy-Experten-Duo Schweiger/Schweighöfer, das sich in Verbindung mit dem süffisanten "Tatort"-Meister Liefers und Blödel-Ikone Bully zum Quartett Infernale aufschwingt?

"Eine Komödie zu machen, ist das Schwierigste was es gibt", belehrte Petersen vor der großen Premiere seiner ersten Kino-Produktion seit zehn Jahren - und gleichzeitig der allerersten, die er im leicht-lustigen Fach je verantwortete. Die großen Hollywood-Jahre, die bereits seit einiger Zeit hinter ihm liegen, scheinen den in L.A. lebenden Regisseur neben der selbstgeschaffenen Vorlage am meisten geprägt zu haben: "Vier gegen die Bank" ist der Inbegriff einer deutschen Genreversion dessen, was man in den USA Heist-Movie oder genauer Caper-Movie nennt - eine Gauner-Komödie, die einen großangelegten Raub in den Mittelpunkt rückt.

Und der hat es in sich: Die vier Stars verkörpern ganz genregerecht vier Typen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Werbe-Schnösel Max (Schweighöfer) will sich endlich von seinen Chefs emanzipieren und eine eigene Agentur gründen. In die Selbständigkeit treibt es auch den etwas dümmlichen Alt-Boxstar Chris (Schweiger), der eine Trainingshalle aufbauen will, während der Schauspieler und frühere TV-Kommissar Peter (Liefers) beinahe pleite ist. Alle drei kommen in Folge ihrer finanziellen Bedürfnisse auf die Idee, in Aktien zu machen - unter Anleitung desselben Anlageberaters namens Tobias (Herbig). Dass dessen Rat allerdings ein ziemlich schlechter war, stellen die Männer eines Tages geschockt fest.

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Der streberhafte Bankmitarbeiter soll für den Geldverlust büßen und wird von den ungleichen Zweckfreunden entführt. Dabei ist auch der Vierte im Bunde lediglich ein Opfer des Bankenchefs (Thomas Heinze), der ihn rauswerfen wollte und deshalb mit unsinnigen Anlage-Infos versorgte. So weit, so klassisch: Das Quartett plant folgerichtig als Racheakt, die Bank auszurauben und sich damit nebenbei aller Geldsorgen zu entledigen.

Gesagt, geplant, getan: Die vier im Gaunerwesen gänzlich Unerfahrenen hecken einen perfiden Plan aus, der den Gesetzen der Logik nur am Rande gehorcht. Für die Geschichte ist das ebenso zweitrangig wie deren Ende und Auflösung: Einen Spannungsbogen kann man in Petersens Komödie lediglich erahnen; zu sehr ergeht sich "Vier gegen die Bank" in Klamauk, Slapstik und wirklich schlimmen Dialogen, die bisweilen im (unterhaltsamen) Trash zu verorten sind.

Neben dem üblichen, doch amüsanten Gauner-Geplänkel - etwa darüber, wer nun Anführer wird - dreht sich die ebenso kurzweilige wie Fremdscham hervorrufende Komödie immer wieder offensichtlich um ihre Darsteller. Der Plot, so wird deutlich, ist Nebensache wie nie zuvor, das Star-Quartett hingegen alles: Til Schweiger überspitzt bis ins Unerträgliche die Rolle, die Kritiker dem "Off Duty"-Actionkommissar seit Jahren zuschreiben: dümmlich, prollig, schwer von Begriff. Das ist dermaßen platt, dass man am Ende tatsächlich an eine selbstironische Metaebene glaubt.

Währenddessen gibt ein blasierter Schweighöfer den blasierten Schweighöfer als Rolle sehr passabel, und auch Bully überzeugt in seinem Paradepart als menschenscheuer Außenseiter - in einer der Highlight-Slapstik-Szenen darf er gar vor dem Papst blankziehen. Liefers hingegen beweist durch sein ungewohnt hölzernes Spiel einmal mehr, dass ihm der subtil-süffisante Humor mehr liegt, als der Haudrauf-Humor, der sich in den schlechtesten Momenten des Films Bahn bricht.

In den wenigen guten hingegen blitzt aus "Vier gegen die Bank" das Potenzial zum gelungenen Gauner-Klamauk samt verspielten Gag-Ansätzen hervor. Die auf die Spitze getriebene Ironie eines "Ocean's Eleven" oder den Sprach- und Spielwitz einer Heist-Komödie wie Woody Allens "Schmalspurganoven" erreicht Petersens Ausflug ins Comedy-Fach indes an keiner Stelle. Gleichsam als Trost dafür schlagen Schweiger und Schweighöfer des Öfteren aufeinander ein. Allein dafür lohnt nun wirklich jeder Aufwand.

Maximilian Haase

Kinofilm
Filmbewertungakzeptabel
FilmnameVier gegen die Bank
Starttermin25.12.2016
RegisseurWolfgang Petersen
GenreKriminalfilm
SchauspielerTil Schweiger
SchauspielerMatthias Schweighöfer
SchauspielerMichael Bully Herbig
Entstehungszeitraum2016
LandD
Freigabealter12
VerleihWarner
Laufzeit96 Min.
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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