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Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sindKein Potter, trotzdem magisch!

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Sie hatte es Daniel Radcliffe versprochen: keine Harry-Potter-Bücher mehr. Und obwohl sie nach eigenem Bekunden noch Material für drei weitere Bände auf Lager gehabt hätte, hielt J.K. Rowling Wort. Weitgehend. Denn offiziell ist ihre Quasifortsetzung "Harry Potter und das verwunschene Kind", die im Sommer erschien, kein Buch, sondern das Manuskript zu einem Theaterstück. Auch im Zusammenhang mit "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" verbat sich Rowling stets den Ausdruck "Harry Potter"-Prequel. Schließlich spiele die neue Reihe gut 70 Jahre zuvor, mit völlig anderen Figuren. Doch machen wir uns nichts vor: Harry Potter ist der Grund, warum Abermillionen Menschen, vor allem die, die zwischen 1980 und 2000 geboren sind und bis heute verzweifelt auf einen Brief aus Hogwarts warten, in die Kinos strömen werden.

Die Muggel werden nicht enttäuscht. Spätestens, als im Film der Name von Albus Dumbledore fällt und bei jedem eingefleischten Potterianer eine Gänsehaut verursacht, die den ganzen Tag über nicht mehr verschwinden mag, merkt man eines: Man ist zu Hause, zu Hause in einer magischen Welt, die sehr bekannt und zugleich neu und aufregend ist. Kein Wunder, machten sich doch hier keine blutigen Anfänger ans Werk: Mit David Yates übernahm - vorerst für die ersten zwei der angekündigten fünf Filme - jener Regisseur das Steuer, der schon die letzten vier "Potter"-Abenteuer auf die Leinwand brachte. Auch das Produzententeam ist erhalten geblieben, und die wahrscheinlich wichtigste Ã?nderung hinter den Kulissen: Das Drehbuch schrieb J.K. Rowling höchstpersönlich.

Im Film nun kommt der kauzige Magizoologe Newt Scamander (Eddie Redmayne), der in der "Harry Potter"-Reihe nur namentlich auf der Literaturliste der Hogwarts-Schüler auftaucht, im Jahre 1926 nach langer Forschungsreise nach New York. Im Gepäck hat er zahlreiche, äußerst seltene magische Kreaturen, handlich verstaut in seinem magischen Koffer. Doch dort sollen sie nicht lange bleiben: Versehentlich befreit der Muggle Jacob (herzerwärmend: Dan Fogler) - pardon, No-Maj, wie Nichtzauberer in den USA heißen -, die wundersamen Wesen aus ihrem ledernen Gefängnis.

Die toben nun munter durch New York, was der Magische Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika überhaupt nicht amüsant findet, lenken die Wesen doch ungewollte Aufmerksamkeit auf die Zauberergemeinde der Stadt und das zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Die Angst vor dem Unbekannten hat New York und die dort lebende nichtmagische Bevölkerung schon länger fest im Griff, die Präsidentin der amerikanischen Zauberergemeinschaft wittert gar Krieg. Zur gleichen Zeit wird ein dunkler Schwarzmagier in Europa immer mächtiger: Hier darf durchaus zwischen den Zeilen gelesen werden.

Ach, wie wurde der Start von "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" herbeigesehnt und doch zugleich auch bang erwartet: Wird nun auch das Harry-Potter-Universum Opfer des allgemeinen Prequel-Sequel-Wahns Hollywoods? Doch die Sorge ist unbegründet, Bestseller-Autorin J.K. Rowling macht wieder einmal genau das, was sie am besten kann: eine außergewöhnlich gute Geschichte erzählen. Perfekt ist der Film nicht, dank vieler origineller Ideen und großartiger Effekte aber ein packendes Abenteuer - auch wenn die eine oder andere Actionszene zuviel des Guten ist. Vor allem die stilleren Momente vermögen es schließlich, die Magie der Potter-Filme wiederaufleben zu lassen, und auch der Rowling-eigene Humor kommt glücklicherweise nicht zu kurz. Das Wichtigste daran: Insgesamt entstand eine Welt, in die man wunderbar eintauchen kann.

Daran hat auch die großartige Besetzung, allen voran Eddie Redmayne, ihren Anteil. Bezaubernd verkörpert der Oscar-Preisträger einen klugen, zugleich aber auch äußerst tollpatschigen Magier, der an das Gute glaubt und den Menschen für weitaus gefährlicher hält als jede Bestie, die in der weiten Welt ihr Unwesen treibt - womit er wohl auch Recht hat. Mit dem 34-Jährigen finden die neuen Filme einen würdigen Hauptdarsteller und Radcliffe-Nachfolger. Für Potter-Fans wundervoll - denn am Schluss des unterhaltsamen, detaillreich gestalteten Blockbusters wird vor allem eines deutlich: Dies ist erst der Anfang.

Greta Riedel

Kinofilm
Filmbewertungausgezeichnet
FilmnamePhantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
OriginaltitelFantastic Beasts and Where to Find Them
Starttermin17.11.2016
3D3D Info
RegisseurDavid Yates
GenreFantasy
SchauspielerEddie Redmayne
SchauspielerKatherine Waterston
SchauspielerDan Folger
Entstehungszeitraum2016
LandGB / USA
Freigabealter6
VerleihWarner
Laufzeit133 Min.
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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