Musik / CD

Betontod: RevolutionFeuer und Flamme

"Wir sind das Streichholz, lass dich entzünden. Du brauchst nicht viel, nur etwas Mut. Geh auf die Straße, zeig, dass du da bist." Die ersten Zeilen auf "Revolution" erklären sowohl den Albumtitel als auch das Streichholz auf dem Cover. Schön, dass es Bands wie Betontod gibt. Voll auf die Neune. Ohne großen Interpretationsspielraum. Ohne Fragen. Ohne Ungewissheiten. Dafür mit einer Extraportion Energie.

Punk eben. Im Refrain des Titelsongs ist aus der kleinen Flamme bereits ein Feuerwerk geworden. Musikalisch ist das Ganze hingegen wenig revolutionär: Nach vorne durchmarschieren, die Toten Hosen grüßen am Rande, der Text verleiht dem Feuereifer Nahrung. Nein, so viel hat sich am Rezept der größten kleinen Punkrockband der Nation nicht verändert. Und das ist auch nicht weiter schlimm.

"Traum von Freiheit" erschien 2015 bei Sony. Der Ausflug zum Major war jedoch nur von kurzer Dauer, mittlerweile sind Betontod bei Arising Empire untergekommen, einem Sublabel des Metal-Riesen Nuclear Blast. Tatsächlich mutet ihr Mix unter neuer Flagge etwas räudiger, dreckiger an. Auch wenn als Produzent erneut Vincent Sorg (Die Toten Hosen, In Extremo) verpflichtet wurde.

mehr Bilder

Sony jedenfalls darf sich über den Verlust ärgern. Denn auf "Revolution" finden sich einige Kandidaten, welche das Zeug dazu haben, die Rheinberger Institution in den Charts weiter nach oben zu hieven. Allen voran die drei (!) bereits vorab veröffentlichten Singles, angefangen mit dem von Lebensfreude und Punk-Romantik ("Mit dir schmeckt jede Dose Bier nach Freiheit") durchzogenen "Küss mich".

"Freunde" wurde von der Band durch den zugehörigen Clip auf eine berührende persönliche Ebene gehoben, während "Ich nehme dich mit" insbesondere von allen Kindern der 80-er auf den kommenden Konzerten mit einer Träne im Knopfloch lauthals mitgesungen werden kann. Kann? Nein, muss! Was anderes bleibt überhaupt nicht übrig, wenn es im DeLorean in eine Zeit geht, in welcher Samantha Fox Bandsalat verursachte und der Zauberwürfel neben dem C64 lag.

Iron Maiden und die Ramones waren es, welche von Betontod auf dem Vorgänger zu den zentralen Figuren ihres Lebens-Soundtracks gekürt wurden. Das lässt sich auf "Revolution" gut nachvollziehen. Wenn "Mann über Bord" im Soloteil davongaloppiert oder "Welt in Flammen" zu harten Riffs die Flüchtlingsthematik aufgreift ("Das Mittelmeer aus Tränen färbt sich langsam rot"), setzt dies einen schlüssigen Kontrapunkt zum eingängigen Party-Punk-Rock.

Die Augen nicht verschließen, aber das Gute nicht vergessen. Kämpfen und das Feiern nicht verlernen. Ein ordentlicher Start ins Jahr 2017. Und so wird - ganz im Sinne des von Betontod einst ausgegebenen Mottos "Wir müssen aufhören, weniger zu trinken" - bereits im Januar wieder das Glas erhoben: Ein Prost auf die "Revolution"!

Alexander Diehl

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelRevolution
Bandname/InterpretBetontod
GenrePunk-Rock
Erhältlich ab13.01.2017
LabelArising Empire / Nuclear Blast
VertriebWarner
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


Versenden Drucken

Weitere Artikel



LUIS FONSI FEAT. DADDY YANKEE - DESPACITO

Aktuelle Playlist

09:57:36
DJ SNAKE FEAT. JUSTIN BIEBER
LET ME LOVE YOU
49Mag ich
http://www.radiobonn.de/bonn/rb/295701?song_id=3958

CD-Archiv

CD-Archiv

Suchen Sie in der Radio Bonn/Rhein-Sieg - CD-Datenbank nach Interpreten und/oder CD-Titeln.

Anzeige
Zur Startseite